Logo

po-litik.de

Die Banker

letzte Änderung am: 06.10.2007

Warum spendieren Banken Millionen in Fernsehwerbung

... und tun sich dann so schwer einem mittelständischen Unternehmer ein paar tausend Euro Kredit einzuräumen?
Das reine Imagewerbung ohne vorherige Zielgruppenbestimmung?

... und der Kunde zahlt es über die Gebühren!


* * * * *

Eine ernsthafte Rechenaufgabe:

Die Banker: Eigentlich sollten sie Dienstleister rund ums Geld sein ... doch davon sind sie in etwa soweit entfernt, wie die NASA von einem bemannten Marsflug. Aber man darf ja schließlich noch träumen.

Seit Banker die Generalausrede "Basel Zwo" haben, geht in Deutschland die Wirtschaft nachweisbar den Bach runter.
"Aber Basel Zwo gilt doch auch in anderen europäischen Ländern!" Richtig, nur kleben die Menschen dort nicht ganz so eng an den Vorschriften wie die Deutschen. Denken und menschliches Handeln sollten immer wichtiger sein als das Anbeten von Vorschriften. Manchmal müssen eben Fünfe gerade sein!

Da Banker zahlen- statt kundenorientiert denken, hier ein kleines, einfaches Beispiel für sie, das sie mit Bleistift (Rotstift?) und Taschenrechner nachvollziehen können:

Vor rund 10 Jahren, also noch vor Basel Zwo, war die Kreditvergabe noch viel einfacher. Nehmen wir mal an, es wurden von einer Zweigstelle 100 Kredite an Kleinunternehmen im Jahr und damit es richtig einfach ist, (nur) zu je 10.000 Euro vergeben. Macht in Summe 1 Millionen Euro Kredit. Rechnen wir im Mittel eine Verzinsung von 8% (unsere Musterbank ist ja kein Wucherer) so ergeben sich Zinseinnahmen in Höhe von 80.000 Euro. Jeder Kredit hat ein Risiko und es fallen 3% = 3 Kredite aus. Dadurch entstehen der Bank 30.000 Euro Verlust. Unterm Strich bleiben jedoch für die Bank 80.000 - 30.000 = 50.000 Euro echte Einnahmen aus den Krediten.

Durch die geänderten Kreditvergabevorschriften kommen nicht mehr 100% der potentiellen Kunden, sondern nur noch 20% (die andere 80 wissen schon, dass es aussichtlos ist) und von den 20 bekommen nur noch die Hälfte einen Kredit. Damit vergibt die Bank nur noch 10 X 10.000 Euro = 100.000 Euro Kredit und hat unter sonst gleichen Bedingungen nur noch 8.000 Euro Zinseinnahmen. Weil bei der Kreditvergabe heftig geprüft wurde gibt es (in unserem Beispiel) keinen Ausfall mehr. Hurra!

Es gibt 2 Sichtweisen dieses Vergleichs:

  1. Die Bank hat 30.000 Euro weniger Verlust gemacht, weil keine Kredite mehr geplatzt sind ... und alle klopfen sich stolz auf die Schulter.
  2. Die Bank hat 50.000 - 8.000 Euro = 42.000 Euro weniger Einnahmen ... aber das sieht man in den Bleistiftbilanzen nicht, weil die potentiellen 50.000 Euro ja eine Hochrechnung sind die nirgends (mehr) erscheint. Bestenfalls wundert sich ein nachdenklicher Zweigstellenleiter über deftige Umsatzrückgänge in den letzten Jahren und denkt über Kosteneinsparungen (=Stellenabbau) nach.

Fazit: Durch die 90% weniger Kredite (die Zahl entspricht in etwa der Realität) ist vielen Kleinbetrieben und Mittelständlern der CashFlow im Halse stecken geblieben, dem Wirtschaftskreislauf fehlen etwa 900.000 Euro, der Staat hat dadurch ca. 120.000 Euro weniger Steuereinnamen allein durch Mehrwertsteuer. 50% der Betriebe die keinen Kredit bekommen (in unserem Beispiel sind das 45) haben mittlerweile geschlossen oder Insolvenz angemeldet. Bei zwei bis drei Mitarbeitern je Betrieb sind das etwa 120 Arbeitslose. Das sind Menschen die dem Banker keine Sparbücher mehr füllen. Die eventuell mit der Rückzahlung ihres Privatkredites in Verzug kommen und die keine Bausparverträge mehr abschließen (können).

Nur darüber denkt der Banker nicht nach, wenn er dem Mittelständler oder Kleinbetrieb den Kredit verwehrt. Soweites Denken läßt sein Zweigstellenbewußtsein nicht zu.

Hatte ich früher den Eindruck, der Umgang mit der Bank sei ein Hürdenlauf, bin ich mir heute sicher, es ist Stabhochsprung, denn nach jedem geglückten Finanzierungslauf, wird die Latte eine Stufe höher gelegt.

Und unsere Po-litiker? Was machen die?

So hat man beispielsweise jetzt bei manchen Banken die Vordisposition eingeführt, damit der Unternehmer auch ja keine Chance mehr hat, kurzfristige Kontenausgleiche zu schaffen. Das ist so, als müsste der Athlet mit verbundenen Augen seinen Stabhochsprung durchführen. Und in den Vorstandsetagen macht man sich schon Gedanken darüber, wie man dem Springer auch noch den Stab wegnehmen kann.
Die Banken sind auf dem besten Weg zu Sparkassen zu mutieren.

Die lecken nach wie vor Industrie und Großunternehmen die Stiefel. Senken die Unternehmenssteuer um ein paar Prozentpunkte und glauben, das würde Arbeitplätze schaffen. Doch leider ist das nicht mehr als grober Unfug!

Natürlich sind 1.000 Entlassungen bei einem großen Arbeitgeber spektakulärer und medienwirksamer als der schleichende Tod von 45 Kleinunternehmen mit je 2-3 Mitarbeitern, wie in obigem Beispiel beschrieben.

Das traurige an dem Beispiel ist jedoch, dass es einige tausend Bank- und Sparkassenfilialen in Deutschland gibt und dass das Beispiel auf jede einzelne davon zutrifft. Und auf einmal werden aus den 120 Arbeitslosen (des Beispiels) auch mal eine Millionen ... die Bundesanstalt für Arbeit bestätigt die Zahlen ja jeden Monat aufs Neue. Und die 100.000 Euro Umsatzsteuermindereinnahmen summieren sich schnell zu ein paar Milliarden, die Eichel dann fehlen ...

NUR: SO RECHNET KEINER IN DEUTSCHLAND!

Und noch ein Wort zum »bösen« Unternehmer: Ein Unternehmer investiert nie und nimmer nicht wegen Steuerersparnissen!

Und um überhaupt steuerplichtig zu werden, muss ein Unternehmen erst einmal Gewinn machen. Gewinne kann der Unternehmer jedoch nur dann erzielen, wenn er seine Produkte und Dienstleistungen marktgerecht verkaufen kann. Doch wer soll seine Produkte kaufen, wenn die Kleinunternehmen und mittelständischen Betriebe kaputtgehen und deren Ex-Mitarbeiter zu Hartz IV Opfern werden? Wenn Millionen von Menschen kein Geld für den Konsum mehr haben? Wohin soll das Unternehmen in Deutschland verkaufen, wenn der Binnenmarkt von Jahr zu Jahr schrumpft?

»Aber die bösen Unternehmer verschieben ihre riesigen, dem ausgebeuteten Volk gestohlenen Gewinne einfach ins Ausland, damit sie in Deutschland keine Steuern zahlen müssen!« ... behaupten Po-litiker im Einklang mit den Gewerkschaften. Klar, hat doch jeder Handwerksbetrieb und jedes Tante Emma Geschäft Zweigniederlassungen auf den Bahamas oder den Virgin Islands.

Es wäre sinnvoller für den Staat die Kreditvergaberichtlinien zu lockern und Ausfallbürgschaften für Geschäftsgründungen, Kleinbetriebe und Mittelständler zu übernehmen, statt an die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Steuersenkungen zu glauben.

Selbst wenn der Staat 5% Ausfälle der Bürgenschaften ... an das Beispiel oben angelehnt wären das 50.000 Euro ... zahlen muß, so bleiben ihm allein von den Mehrwertsteuermehreinnahmen noch etwa 70.000 Euro übrig ... von den Einsparungen bei Hartz IV Empfängern ganz zu schweigen.

Kreditbürgschaften für Kleinunternehmer und Mittelständler würden den Staatssäckel nur vordergründig belasten ... unter dem Strich jedoch langfristige Steuermehreinnahmen sichern und eine kontinuierliche Senkung der Arbeitslosenzahlen bewirken.

Nun werden die Po-litiker gegenhalten, dass es ja jede Menge Förderprogramme in Deutschland gibt. Stimmt, da kann ich nur zustimmen. Nur sie haben die "Äpfel" so hoch gehängt, dass ein normaler Unternehmer gar keine Chance hat daranzukommen ... sofern er überhaupt jemals von einem für ihn passenden Förderprogrammen erfahren sollte.

Konzerne dagegen haben ganze Stabsabteilungen eingerichtet, deren ausschließliche Aufgabe es ist, sich die Rosinen aus diesen staatlichen Förderprogrammen zu picken und eine Menge Angestellte mit juristischer Ausbildung, die die dicken, komplizierten Fragebogensätze ausfüllen.

Zur Verdeutlichung: Es geht hier nicht um Subventionen (also Geld schnorren) von Vater Staat, sondern um Bankkredite für Geschäfte und Geschäftsideen. Um Geld, das der Unternehmer in den allermeisten Fällen wieder zurückgeben wird. Nur man muß ihm den täglichen Kampf um den CashFlow auch ermöglichen.

Wenn Politik und Banken so weitermachen wie bisher ... den Mittelstand verkommen lassen um auf den Parties der Großen mitzufeiern ... wird aus Deutschland ein riesengroßer Naturschutzpark mit 10 Millionen Beamten und 50 Millionen Parkwächtern auf 1 Euro-Job Basis.




Home Page
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits
Copyright © 2001-2009 Bernd Holzhauer. Alle Rechte vorbehalten.
Warenzeichen und Marken sind Eigentum der jeweiligen Besitzer.

Ich distanziere mich grundsätzlich von gesetzeswidrigen und möglicherweise illegalen Inhalten in Seiten,
auf die über www.po-litik.de verwiesen wird. Sollte Ihnen diesbezüglich etwas auffallen, melden Sie es uns bitte per email.